Ein Auslandsjahr England Aufenthalt


Auslandsjahr England – Einleitung

Tea Time, mystische Burgen, altehrwürdige Schlösser, The Beatles, Football, Fish and Chips, akkurat angelegte englische Gärten, wild-romantische Nationalparks, Strände mit Palmen, Musicals, der eigene Kosmos der Megacity London, eine umjubelte Monarchie, Trendsetter und Traditionsbewahrer, the „British sense of humor“ und großer Gesprächsbedarf über das Wetter…

Die britische Mentalität gilt als ein wenig eigenbrötlerisch, aber liebenswert, höflich und hilfsbereit. Im vielseitigen und multikulturellen England treffen sich die unterschiedlichsten Menschen. Es ist Mutterland der mit 1,5 Milliarden Sprechern weltweit meistgesprochenen Sprache. Kommt man als Austauschschüler für ein Auslandsjahr England Aufenthalt auf die britische Insel, dann lernt man, seine Fertigkeiten in der am weitesten verbreiteten Sprache zu verbessern – ein echter persönlicher Entwicklungsfaktor. Dadurch, dass England ein sehr offenes Land mit Menschen unterschiedlichster kultureller Hintergründe ist, kann man in vielerlei Hinsicht seinen Horizont erweitern. An englischen Schulen ist zudem die Fächerwahl, insbesondere in den höheren Klassen, wesentlich freier. So belegen Schüler zum Beispiel „Umweltbildung“, „Filmkunst“ oder „Kochen“. International hat das britische Schulsystem einen exzellenten Ruf, wurde weltweit vielfach übernommen und legt einen wertvollen Grundstein für den weiteren Ausbildungsweg.

 

Das englische Schulsystem – Auslandsjahr in England

Allgemein unterscheidet sich die englische Struktur der Schulausbildung deutlich von der deutschen: Ein Auslandsjahr England nach dem Abi zeichnet sich dadurch aus, dass Kinder (oft nach dem Besuch einer Vorschule) bereits regulär mit 5 Jahren in die Elementary bzw. Primary School eingeschult werden, die 6 Jahre Grundausbildung umfasst. Im Anschluss besuchen die Schüler die Secondary School, die nach weiteren sechs Jahren in Klasse 11 mit dem sog. GCSE (General Certificate of Secondary Education) abschließt. Unterschieden werden die Comprehensive Schools (vergleichbar mit einer Gesamtschule) von den „Grammar Schools“ (entsprechen in etwa dem deutschen Gymnasium). Während die Grammar Schools nach dem GCSE weiterführende Abiturklassen anbieten, besteht nicht an allen Comprehensive Schools die Möglichkeit dazu. Jedoch können die Schüler anschließend ein College besuchen, an welchem 16- bis 19-Jährige in Vorbereitung auf die (je nach Kurswahl fachgebundene) Hochschulzugangsberechtigung, das A-Level (Advanced Level), unterrichtet werden. Wer also das A-Level (vergleichbar mit dem deutschen (Fach-)Abitur) ablegen möchte, belegt nach dem GCSE zwei weitere Jahre die „Sixth Form“. Als weitere Option, eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen, können Abiturienten an einigen Schulen das „International Baccalaureate Diploma“ ablegen, ein Internationales Abitur.

 

Private und staatliche Schulen

Zu unterscheiden ist ferner zwischen den staatlichen und den privaten Schulen. Die privaten Schulen (Independent oder Public Schools) verlangen im Gegensatz zu den staatlichen Schulen teilweise erhebliche Schulgebühren. Dies gilt auch für Internate („Boarding Schools“); wobei auf staatlichen Internaten lediglich die Unterbringung privat finanziert werden muss, während die Schulgebühren übernommen werden. Vor allem die Public Schools haben sich zum Ziel gesetzt, auf das Hochschulstudium an Eliteuniversitäten wie Oxford oder Cambridge vorzubereiten. Public Schools, finanziert von Spenden, Schulgebühren und Stiftungen, waren ursprünglich dazu bestimmt, begabten Kindern unabhängig vom Einkommen der Eltern und einem Adelstitel eine qualifizierte Ausbildung zu gewährleisten. Heute ist der Prozentsatz von Stipendiaten an Public Schools gering; in den meisten Fällen werden die Schulgebühren von den Familien selbst getragen. Die Bezeichnung Public bezog sich darauf, dass Schüler aus ganz England und nicht nur aus einem lokalen Einzugsgebiet dort unterrichtet wurden. Die privaten Schulen sind im Gegensatz zu den staatlichen Schulen keinem zentralen Lehrplan unterworfen.

 

Zur Schule gehen in England – eine ganz neue Erfahrung

Ist die Schuluniform in Deutschland eher die Ausnahme, so stellt sie in England den Normalfall dar. Statt eines festen Stundenplans, der für alle Mitglieder einer Schulklasse gleichermaßen gilt, existiert ein Kurssystem. In den höheren Klassen (ab der 8. Klasse) stehen je nach Interesse, Neigung und Begabung unterschiedliche Fächer zur Auswahl, von denen auch insgesamt weniger belegt werden als in Deutschland (3-5). Die schulischen Leistungen werden in Buchstaben von A bis E bemessen, wobei A die beste Note bedeutet und U bei nicht ausreichenden Leistungen vergeben wird. Der Unterricht in englischen Schulen beginnt erst um 9 Uhr, davor finden eine Registrierung und in regelmäßigen Abständen eine Assembly, also eine morgendliche Schulversammlung statt, zu welcher der Direktor eine Ansprache hält und Neuigkeiten verkündet. Die Unterrichtsstunden umfassen jeweils ganze Stunden und ein Unterrichtstag endet gewöhnlich zwischen drei und vier Uhr nachmittags. Das Schuljahr ist nicht in Halbjahre, sondern in Dritteljahre, Trimester (Terms), gegliedert.

 

Very British: Auslandsjahr England Internat

Internate sind in England sehr viel üblicher als in Deutschland und verkörpern das traditionelle Schulsystem des Landes, beruhend auf dem klassischen Bildungsideal der Oberschicht. Die ganzheitliche Ausbildung des jungen Menschen steht im Vordergrund und soll über das erlangte Wissen in bestimmten Schulfächern hinausgehen. Man wohnt, isst und lernt zusammen, unternimmt gemeinsame Ausflüge oder Freizeitaktivitäten. Besonders wichtig ist der Einfluss des Sports auf die Bildung von Teamgeist und Gemeinschaftssinn, weshalb viele Internate traditionsreiche Sportgemeinschaften und ein entsprechend großes sportliches Zusatzangebot vorweisen. Mittlerweile werden an der Mehrzahl der Internate Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet, wobei ebenso noch einige Mädchen- oder Jungeninternate existieren. Auch wenn den Schülern Tutoren und Vertrauenslehrer bei Fragen und Problemen zur Seite stehen, so wird großen Wert auf Selbstständigkeit und Eigendisziplin des Einzelnen gelegt. Internate liegen häufig eher in ländlichen Gegenden oder in der Nähe von Vorstädten.

 

Unterkommen während des Austauschjahres: Option 1 – Leben in der Gastfamilie

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, während eines Austauschjahres in England unterzukommen: entweder man verbringt seinen Aufenthalt in einer Gastfamilie oder wohnt in einem Internat. Der Vorteil bei einer Gastfamilie liegt darin, das tatsächliche Alltagsleben einer einheimischen Familie „hautnah“ miterleben zu können. Oft bekommt man ein eigenes Zimmer in der Wohnung der Familie; manchmal teilt man sich einen Raum mit einem „Gastbruder“ oder einer „Gastschwester“. Normalerweise wird man auch in einige Haushaltsaufgaben eingebunden, wie Helfen beim Kochen oder Abwaschen. Auf diese Weise kann man miterleben, wie eine englische Familie ihren Alltag verbringt und lernt neben dem Schulleben noch eine privatere, häuslich-familiäre Seite kennen. Viele Austauschschüler berichten davon, dass sie sehr herzlich aufgenommen wurden und im Laufe der Zeit zu einem richtigen Familienmitglied geworden sind. Die Gastfamilien werden durch die Organisationen sorgfältig ausgewählt, und es wird versucht, Austauschschüler und Familien zusammen zu bringen, die hinsichtlich der Interessen gut zusammenpassen. Die Auswahl berücksichtigt besondere Bedürfnisse und Wünsche, wie das garantierte Einzelzimmer, die Unterbringung in einer Nichtraucherfamilie oder bestimmte Ernährungsgewohnheiten. Eine weitere Möglichkeit bietet ein Auslandsjahr England Au Pair Programm. Hier werden dem deutschen Au-Pair Teilnehmer eine englische Gastfamilie zugewiesen und für Essen und Loge ist dementsprechend auch gesorgt. Allerdings wird von dem Au Pair auch erwartet, dass er / sie sich auch sorgfältig und liebevoll um die Gastkinder kümmert.

 

Unterkommen während des Austauschjahres: Option 2 – Wohnen im Internat

Bei den Internaten kann man zwischen staatlichen und (normalerweise teureren) privaten Schulen auswählen. Schule und Wohnort sind eins; man verbringt nicht nur den Unterricht und eventuelle Zusatzkurse im Internat, man übernachtet hier, auch am Wochenende und mitunter in den Ferien. Die Wahl der richtigen Schule kann nach eigenen Vorstellungen zwischen vielen Regionen und Orten innerhalb Englands, sowie einer bestimmten Fächerausrichtung (z.B. musischer Schwerpunkt) getroffen werden. In den Internaten ist man meistens mit 1-5 weiteren Schülern in einem Zimmer, oft mit eigenem Bad, untergebracht. Bezüglich der Schulfächer hat man im Gegensatz zu Deutschland eine größere Wahlfreiheit. Daher gibt es keinen festen Klassenverband, der in allen Fächern gemeinsam unterrichtet wird. Jeder Schüler hat seinen eigenen Stundenplan. Bei der Wahl der Internate sollte berücksichtigt werden, welches außercurriculare Angebot die Schulen unterbreiten, wenn man plant, Sportkurse oder musisch-künstlerische Fächer wie Video- oder Theatergruppen, Malkurse, Chor, Musical oder Orchester zu belegen. Hier ist es am leichtesten, auf Basis gemeinsamer Interessen nette Mitschüler kennen zu lernen. Viele Internate bieten am Wochenende gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge in die Umgebung, Stadtbesuche oder Shoppingtage an. Je nachdem, welches Programm man gebucht hat, verbringt man die Schulferien (insgesamt ca.12-13 Wochen im Jahr; u.a. Weihnachten, Ostern, sowie die einwöchigen Mid-Term Breaks) entweder im Internat, bzw. in der Gastfamilie oder fliegt während dieser Zeit nach Hause. Wer in England bleibt, kann privat, über das Internat oder die Austauschorganisation je nach Wunsch kleinere oder größere Reisen durch Großbritannien buchen, um mehr von Land und Leuten zu erleben.

 

 

Auslandsjahr England Kosten

Angeboten werden Austausch-Programme am häufigsten für Schüler zwischen 15 und 18 Jahren. An einigen Schulen können aber bereits 11-oder 12-Jährige ein Schuljahr in England verbringen. Bei einer Unterbringung in der Gastfamilie kostet der Aufenthalt je nach Anbieter und Standort für ein ganzes Schuljahr ca. 9000- 13.000 Euro, wodurch für die Gastfamilien ein Anteil der Haushalts- und Wohnkosten abgedeckt und die Arbeit der Organisation beglichen wird. Auch die Kosten für die Unterbringung im Internat liegen in diesem preislichen Rahmen, wobei die privaten Schulen teurer als die staatlichen sind, da diese Schulgebühren erheben. Wer ein solches Auslands-Schuljahr bei einer Austausch-Organisation bucht, wird normalerweise vorab in einem Vorbereitungsseminar auf die Gegebenheiten im Gastland eingestimmt. Auch ein Nachtreffen nach dem Auslandsschuljahr ist üblich, was gewöhnlich in den Buchungskosten enthalten ist.

 

Sonstige Ausgaben und Lebenshaltungskosten

Wichtig zu klären ist also, welche Kosten durch den Preis abgedeckt sind, z.B. Vollverpflegung oder Halbpension, Transfers, Flüge und der Aufenthalt während der englischen Schulferien. Letzterer muss häufig extra gebucht werden, wenn die Ferien nicht für einen Heimatbesuch in Deutschland genutzt werden. Hinzu kommen meistens An- und Abreisekosten (Flug, Zug), Taschengeld (200-300 Euro / Monat) und ggf. ein weiteres Budget für Verpflegung bzw. Geld für Mittagessen in der Schulkantine an Werktagen (ca. 5£ pro Tag), sowie Kosten für die Versicherung im Ausland (je nach Tarif ab 400 Euro/ Jahr). Möglicherweise fallen bei einem Aufenthalt in der Gastfamilie zusätzliche Kosten für den Weg zur Schule an. Auch der eventuell nötige Kauf einer Schuluniform, von Büchern und Materialien und ggf. eines Laptops, mit denen in England in der Schule viel gearbeitet wird (Recherche und Hausaufgaben), können als Kostenpunkte hinzutreten. Ein gewisses Budget sollte man einplanen für Ausflüge, Eintrittsgelder und ggf. Reisen während der Schulferien. Flüge zwischen Deutschland und England gibt es bei rechtzeitiger Buchung ab ca. 50 Euro pro Strecke.

Neben dem Angebot, ein komplettes Schuljahr in England zu verbringen (mit einer Unterrichtszeit von 9-10 Monaten), besteht auch die Option, für ein Halbjahr oder Trimester an einem Austauschprogramm teilzunehmen. Anzumerken ist, dass der Austausch an einer privaten Schule für gewöhnlich teurer ist, als der Besuch einer Öffentlichen Schule. Die Kosten für einen Aufenthalt über ein Halbjahr oder Trimester liegen je nach Schule, Ort und Zusatzleistung durchschnittlich zwischen 7000-9000 Euro.

Die Lebenshaltungskosten in England sind gegenüber Kontinentaleuropa deutlich höher. Besonders teuer ist das Leben in den Großstädten, allen voran London, das zu den teuersten Städten der Welt zählt. Die höheren Preise erstrecken sich auf alle Bereiche: Lebensmittel, Mieten, Verkehrsmittel, Restaurantbesuche und Freizeiteinrichtungen. Für letzteres sollte also bei einem Englandaustausch auch ein ausreichendes Taschengeld eingeplant werden.

Finanzierungsmöglichkeiten – Auslandsjahr England Stipendium

Verschiedene Organisationen und Stiftungen vergeben Teil- und Vollstipendien für Auslands-Schuljahre. Voraussetzung für die Aufnahme sind nicht ausschließlich gute Noten. So erhalten auch Auslandsjahr England Schüler ein Stipendium, die über ein besonderes Talent oder Engagement im künstlerischen oder sozialen Bereich verfügen. Für einige kommt auch das (vom Einkommen der Eltern abhängige) Auslands-BAFöG als Finanzierungsmöglichkeit in Frage. Volljährige Schüler können einen Bildungskredit beantragen, welcher erst später zurückgezahlt werden muss. Privates Crowdfunding in eigener Sache und Nebenjobs sind weitere Möglichkeiten, um sich den Traum vom Auslandsjahr zu erfüllen.